Gestern war ich noch einmal in den Budaer Bergen. Es war kaum zu glauben, aber dort oben lag tatsächlich eine Menge Schnee. Geschneit hat es hier in der Stadt ja auch, aber für weiße Strassen und Plätze hatte es leider nicht gereicht.
Am Mittwoch ging es nach Eger. Bisher wohl das schönste Städtchen, das ich hier in Ungarn gesehen habe, abgesehen von Budapest natürlich. Am Bahnhof war davon noch nicht allzu viel von zu sehen, denn ungarische Bahnhöfe sind häufig anders gelegen als jene in Deutschland. Nicht der Bahnhof ist das Zentrum einer Stadt, sondern häufig eine Kirche, oder das Rathaus und der Bahnhof liegt ganz am Stadtrand, so dass man schon mal 20 Minuten laufen muss, bis man den Stadtkern erreicht hat.
In Eger beeindrucken vor allem die kleinen Gassen und Häuschen, die Basilika und die Burgruine.
Am letzten Montag war hier einmal mehr das beste Regenwetter, also habe ich mich in den Zug gesetzt um mir das Städtchen Esztergom anzusehen. In den Monaten in denen ich hier in Ungarn bin hat es eigentlich selten geregnet, aber an jenen Tagen an denen ich unterwegs war, waren die Wolkenbrüche stets sehr zuverlässig. Reisen bei Sonnenschein kann ja auch jeder und bei Regenwetter hat man die meisten Sehenswürdigkeiten auch für sich alleine
Es ging also mit dem Zug Richtung Nordwesten durch eine sehr schöne und grüne (eher selten hier) Hügellandschaft. Die Stadt liegt direkt an der Donau, die an dieser Stelle die Grenze zwischen Ungarn und der Slowakei bildet. Eigentlich wollte ich noch über die Brücke laufen und mir die andere Seite der Donau anzusehen, aber das Wetter hat mich dann doch abgehalten. So habe ich die Basilika nicht aus der Ferne, sondern nur aus der Nähe sehen können.
Heute habe ich trotz Regenwetters einen Ausflug nach Vác, einem kleinem Städtchen am linken Ufer des Donauknies, gewagt. Natürlich hat es ausgerechnet während meines Spazierganges am Fluss angefangen zu regnen, aber es war auch so sehr nett. Leider gab es im ganzen Stadtzentrum kein einziges Café, Restaurant oder Imbissbude, in die ich mich getraut hätte. Wenn überhaupt etwas geöffnet hatte war es eine Eckkneipe und das waren die von der wirklich “eckigen” Sorte, falls ihr versteht was ich meine. Dafür habe ich für die 40km mit dem Bummelzug hin und zurück nur 240 Forint bezahlt, also noch nicht mal einen Euro.
Zurück in Budapest habe ich dann im Dupla mein erste(!) ungarische Gulaschsuppe gegessen! Sehr schmackhaft, ich frage mich warum ich vorher nie dazu gekommen bin.
Der Sonnenuntergang über den Budaer Bergen ist vom Burgberg aus besonders schön zu beobachten. Doch wie konnte ich vergessen, dass heute Sonntag ist und es dort oben von Touristen nur so wimmelt. Riesige Reisegruppen schoben sich durch die Gassen, zum Glück jedoch in entgegengesetzte Richtung. Ein japanischer Reisbegleiter trug einen Lautsprecher um seinen Hals, der mit dem Headset auf seinem Kopf verbunden war - drahtlos versteht sich
Der gestrige Abend war wieder einmal gefüllt mit Überraschungen. Zunächst mit einer Budapesterin und einer in Ungarn lebenden Rumänin über die EU und deren Osterweiterung gesprochen um dann anschließend mit beiden und einigen anderen auf einer electronic Party im neuem WestBalkan, eine zu einem recht angenehmen Club umfunktionierten Bauruine, zu landen. Eigentlich war man doch nur auf ein Bier verabredet…