Der gestrige Abend war wieder einmal gefüllt mit Überraschungen. Zunächst mit einer Budapesterin und einer in Ungarn lebenden Rumänin über die EU und deren Osterweiterung gesprochen um dann anschließend mit beiden und einigen anderen auf einer electronic Party im neuem WestBalkan, eine zu einem recht angenehmen Club umfunktionierten Bauruine, zu landen. Eigentlich war man doch nur auf ein Bier verabredet…
Bei mir “um die Ecke” ist jene Plastik (wieder)aufgestellt worden. Vielleicht musste sie einer Baustelle weichen, vielleicht ist sie auch neu aufgestellt worden. Mir gefällt sie, doch bin ich mir nich im Klaren, ob das Objekt am unteren Bildrand eine Mine, oder “nur” ein Seeigel sein soll. Ist da nicht etwas Comicartiges zu finden?
Am Wochenende war ich in der World Press Photo Ausstellung, die hier im ethnografischen Museum gezeigt wurde. Viele Bilder kannte man natürlich schon aus dem Netz und bei Fotos kann man dann auch schwer behaupten, dass man das Original gesehen habe, aber die großen Abzüge waren doch sehr beeindruckend! Außerdem war auch das Gebäude des Museums sehr intressant.
Bei der Gelegenheit bin ich auch mal wieder zum Kossuth Tér gekommen, dem Platz vor dem Parlament, wo bis zur Räumung letzten Montag sehr merkwürdige politische Gestalten campierten. Das Parlament wird zur Zeit durch einen doppelten Zaun und sehr viel Polizei von der Außenwelt getrennt.
Über meine Kurse hier an der Uni habe ich ja schon mal berichtet. Inzwischen sind auch alle angelaufen und ich weiß wie sie so ablaufen. (Immerhin ist ja auch schon fast die Hälfte meiner Zeit hier um).
Computer Networks ist sehr gut! Technisch; anspruchsvoll; trocken, aber sehr interessant. Ich habe mir dieses Buch für den Kurs zugelegt und bin damit auch zufrieden.
Der AI Kurs ist häufig sehr schwer verständlich. Wir arbeiten mit dem Quasi Standardwerk für AI von Russel und Norvig. Es geht viel um Logik (oder nur?) und Wissensrepräsentation. Ganz interessant mal davon gehört zu haben, aber mein Lieblingskurs wird das sicher nicht.
Der Information Management Kurs ist ganz angenehm. Es gibt zwei Profs. Beiden kann man ganz gut zuhören und die Anforderung für den Kurs ist lediglich eine Hausarbeit zu einem frei wählbaren Thema. Ich werde wohl was über web2.0 schreiben.
Der Philosophie Kurs ist interessant, auch inhaltlich, aber besonders die Positionen des Dozenten und einiger Studis zu beobachten. Vielen von denen fällt es sehr schwer Gedankengängen zu folgen, wenn sie selber mit der Argumentation nicht übereinstimmen.
Der Film Kurs ist auch sehr angenehm. Bisher haben mir zwei von drei Filmen, die ich mit diesem Kurs im Kino gesehen habe sehr gut gefallen. Der eine war Freedom Fury, ein Film über die Revolution und das ungarische Wasserballteam von 1956, kein ungarische sondern eine Produktion aus CAN/US. Die Revolution hat ihren Ursprung übrigens in meiner Universität! Letzte Woche habe ich dann Kontroll gesehen. Ein ungarischer Film, der in der Budapester Metro spielt, sehr empfehlenswert!
Ach ja und der Ungarisch Kurs… Wir haben inzwischen alle Personalpronomen durchgenommen und können Verben konjugieren. Leicht es es auf jeden Fall nicht, aber es macht Spaß ein Sprache mal wieder ganz von vorne zu lernen
Gestern war ich in der Oper Philoméla von James Dillon. Es hat mir sehr gefallen, vielleicht schreibe ich später noch genaueres.
Gestern schon wieder im Konzert gewesen! Landscape with dogs and knee. Entstanden ist das Werk wohl im Europäischen Zentrum für Künste - HELLERAU.
Gespielt wurde in einer großen Halle, die Musiker waren zum Teil im ganzen Raum verteilt, konnten dann aber mittels Kopfhörer andere Instrumente und vielleicht auch Spielanweisungen empfangen, eine Technik die man sich wohl mal merken sollte. Besonders ein Bläser Duo hat mit der Größe des Raumes gespielt, was mir besonders gefiel. Die Videoprojektion, die zu sehen war bestand aus vier Einzelfilmen, die mittels vier Beamern übereinander projiziert wurden und so ein Ganzes ergaben. So ergaben sich sehr interessante Bilder, die vor allem mit Geschwindigkeit, Nähe, und den beiden unterschiedlichen Geschlechtern spielten. Ein Beispiel wäre z.B. Herrenkopf, Damenbrust, langsam kreisende Herrenhüfte und schnell zuckende Damenbeine. Die (Live)Elektronik hatte in der Halle sehr leichtes Spiel. Immerhin gab es bestimmt sechs oder acht Lautsprecher, die direkt unter der Decke installiert waren, so dass sehr schnell ein Raumgefühl geschaffen werden konnte.
Ich habe schon lange nicht mehr ein so differenziertes und präzises Konzert gehört, wie gestern Abend. Vielleicht bietet das bof ja noch mehr davon.